Geographie hautnah erleben: Die Klassen 8 und der EF-Geographiekurs zu Gast an der Hochschule Rhein-Waal

An vier aufeinanderfolgenden Tagen hatten die Klassen 8 und ein Geographiekurs der Einführungsphase (EF) die Gelegenheit, Geographie einmal außerhalb des Klassenzimmers zu erleben. Ziel war die Hochschule Rhein-Waal, wo die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Geographen Björn Flockau an einem abwechslungsreichen Workshop rund um das Thema „Tropischer Regenwald und seine Böden“ teilnahmen.

Zu Beginn stand ein informativer Vortrag über den Anbau von Nutzpflanzen im tropischen Regenwald auf dem Programm. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche Pflanzen in den Tropen angebaut werden, welche Bedeutung sie für die Menschen vor Ort besitzen und welche Auswirkungen die landwirtschaftliche Nutzung auf das empfindliche Ökosystem des tropischen Regenwaldes haben kann.

Anschließend ging es ins Gewächshaus der Hochschule. Dort konnten die zuvor theoretisch behandelten Nutzpflanzen direkt in natura betrachtet werden. Unter anderem entdeckten die Schülerinnen und Schüler einen Limettenbaum, einen Avocadobaum, einen Zimtbaum, Bananenpflanzen, Lotus, einen Kautschukbaum und einen Kakaobaum. Besonders interessant war es, bekannte Produkte aus dem Alltag einmal aus einer völlig anderen Perspektive kennenzulernen und die Pflanzen zu sehen, aus denen beispielsweise Kakao, Kautschuk oder Zimt gewonnen werden.

Im zweiten Teil des Workshops rückte ein weiterer zentraler Bestandteil des tropischen Regenwaldes in den Mittelpunkt: der Boden. In einem Vortrag wurde erklärt, wie tropische Böden entstehen, welche Eigenschaften sie besitzen und warum die Böden des tropischen Regenwaldes trotz der üppigen Vegetation häufig nur über einen vergleichsweise geringen Nährstoffvorrat verfügen. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei ihr Wissen aus dem Geographieunterricht unmittelbar mit den Beobachtungen vor Ort verknüpfen.

Danach wurde es praktisch: Gemeinsam mit wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule ging es in ein Labor. Dort führten die Schülerinnen und Schüler selbst verschiedene Untersuchungen an Bodenproben durch. Anhand von jeweils zwei unterschiedlichen Bodentypen bestimmten sie den Humusgehalt, untersuchten die Wasserspeicherverfügbarkeit und ermittelten den pH-Wert. Zusätzlich führten sie eine Fingerprobe durch, mit der sich die Bodenart anhand ihrer Eigenschaften und ihres Tastgefühls bestimmen

Durch die Experimente wurde deutlich, dass Boden nicht einfach nur „Erde“ ist, sondern ein komplexes System mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei wissenschaftliche Arbeitsweisen kennenlernen und selbst erfahren, wie Geographinnen und Geographen sowie Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler Boden untersuchen und miteinander vergleichen.

Zum Abschluss wurde der Workshop gemeinsam evaluiert. Die Rückmeldungen zeigten, dass die Tage an der Hochschule nicht nur abwechslungsreich, sondern vor allem erkenntnisreich waren. Viele Inhalte aus dem Unterricht konnten durch die praktischen Erfahrungen anschaulich vertieft werden.

Ein besonderer Gewinn dieser Veranstaltung war darüber hinaus die Verzahnung von Schule und Hochschule. Die Hochschule Rhein-Waal liegt in unmittelbarer Nähe und bietet damit hervorragende Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit wissenschaftlichem Arbeiten und akademischer Bildung in Kontakt zu bringen. Der Besuch ermöglichte einen authentischen Einblick in die Arbeit an einer Hochschule und zeigte gleichzeitig, wie spannend und praxisnah das Fach Geographie sein kann.

Nach vier intensiven Tagen mit Vorträgen, Pflanzenbeobachtungen, Experimenten und vielen neuen Erkenntnissen kehrten die Schülerinnen und Schüler schließlich zufrieden und mit zahlreichen neuen Eindrücken nach Hause zurück. Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt: Geographie findet nicht nur im Schulbuch statt – manchmal beginnt sie direkt vor der eigenen Haustür.

Copyright Fotos: D. Patz