Lernen am Beispiel: Unser Besuch auf dem Roosenhof in Rees-Mehr

Am 18.11.25 besuchten die Schülerinnen und Schüler des Geographie-Leistungskurses und -Grundkurses den landwirtschaftlichen Roosenhof in Rees-Mehr. Schon bei unserer Ankunft an einem eisig kalten Tag wurden wir herzlich begrüßt und für die Gruppe war ein Raum mit Heizstrahlern vorbereitet, sodass wir uns aufwärmen konnten und uns auf den Rundgang sowie vorbereiten. Der Hof wird derzeit noch vom Vater geführt, der ihn in Zukunft an seine beiden Söhne übergeben wird. Gemeinsam begleiteten sie uns über den gesamten Besuch, führten uns über das Gelände und standen jederzeit bereit, unsere Fragen ausführlich und verständlich zu beantworten. Während des Rundgangs erhielten wir einen umfassenden Einblick in die Arbeitsabläufe des Hofes und in die Landwirtschaft allgemein. Besonders eindrucksvoll war der Besuch bei den Kälbern, die in den ersten Lebensmonaten viel Fürsorge benötigen. Anschließend wurden uns die Milchkühe und die Funktionsweise der Melkroboter vorgestellt. Die technischen Anlagen zeigten deutlich, wie die Digitalisierung heute auch in der Landwirtschaft angekommen ist, Themen, die wir zuvor im Geographieunterricht behandelt hatten. Die automatisierten Systeme erleichtern den Arbeitsalltag der Landwirte erheblich, ersetzen jedoch nicht die nötige tägliche Arbeit und Aufmerksamkeit, die ein solcher Betrieb erfordert. Gleichzeitig erfuhren wir, wie genau Kuhgesundheit, Milchmenge und Fütterung überwacht werden und wie viele Daten ein Betrieb täglich auswerten muss. 

Besonders lehrreich waren die Gespräche über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen landwirtschaftliche Betriebe wie der Rosenhof arbeiten. Uns wurde erklärt, wie viel Milch täglich erzeugt wird, welche Preise die Molkereien zahlen und welche Kosten und Risiken die Familie tragen muss. Schnell wurde deutlich, wie schwierig es für viele Landwirte geworden ist, wirtschaftlich zu arbeiten, obwohl sie täglich eine enorme Verantwortung für Tiere, Maschinen, Böden und die gesamte Versorgungssicherheit tragen. Auch die Herausforderungen der Bearbeitung der Böden, die gerade in Rheinnähe sehr gut sind, bei immer stärkeren Wetterextremen in der Region Rees, wurden thematisiert. Diese Bodenverhältnisse verlangen besondere Bewirtschaftungsmethoden und verdeutlichten, wie eng Landwirtschaft mit regionalen geographischen Bedingungen zusammenhängt. Zusätzlich sprachen wir über politische Vorgaben, Klimawandel, Wetterextreme und die zunehmenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, was alles Faktoren sind, die den Hofalltag stark beeinflussen. Dieser Besuch hat uns als Schülerinnen und Schüler sehr viel gelehrt, vor allem wurde uns bewusst, wie herausfordernd und lang die tägliche Arbeit in der Landwirtschaft tatsächlich ist und wie wenig gesellschaftliche Anerkennung Landwirte häufig erfahren, obwohl unsere Ernährung und Versorgung gänzlich von ihnen abhängt. Die Erfahrung hat uns gezeigt, wie wertvoll unsere Lebensmittel sind und wie wenig selbstverständlich es ist, dass Produkte wie Milch jederzeit verfügbar sind. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, nicht nur theoretisch im Unterricht über Themen wie Bodenbeschaffenheit, Tierhaltung, ökonomische Strukturen oder moderne Landwirtschaft zu sprechen, sondern diese Prozesse auch praktisch zu erleben und zu verstehen. Wir bedanken uns herzlich bei Familie Feldhaus für die große Gastfreundschaft!

Copyright Fotos: D. Patz